Anam Cara

Auf unserem Lebenshof erlebten wir vor kurzem zwei bange Momente mit unserer Cara: Innerhalb von kurzer Zeit hatte sie mehrfach eine Kolik. Wälzen, plötzliche Unruhe, Schwitzen, häufiges Hinlegen, Gähnen – die Anzeichen waren nicht zu übersehen. Und selbst wenn man denkt, alles richtig zu machen, kann so etwas passieren. Koliken sind eine der häufigsten Notfälle bei Pferden und müssen immer ernst genommen werden.

Was ist eine Kolik?

Kolik ist ein Oberbegriff für verschiedene schmerzhafte Erkrankungen des Verdauungstraktes beim Pferd. Die Bandbreite reicht von leichten Verdauungsstörungen bis zu lebensbedrohlichen Darmverschlüssen. Besonders tückisch: Pferde können Kolikschmerzen lange verstecken, da sie in der Natur keine Schwäche zeigen dürfen. Erst wenn die Schmerzen unerträglich werden, zeigen sie deutliche Symptome.

Was tun?

Bei Verdacht auf Kolik gilt: Ruhe bewahren! Der Tierarzt sollte sofort hinzugezogen werden, bei starken Schmerzen zählt jede Minute! In unserem Fall hatte Cara zunächst abends eine Kolik, die vor Ort mit dem Tierarzt behandelt wurde – zunächst schien es ihr besser zu gehen. Doch schon am nächsten Vormittag trat die nächste Kolik auf. Der Tierarzt war zwar wieder da, aber mittags mussten wir sie dann in die Tierklinik bringen, weil sich ihr Zustand trotz der Behandlung nicht verbesserte. In der Nacht zum Sonntag verschlechterte sich ihr Zustand so sehr, dass eine Not-OP nötig war, um ihr Leben zu retten. Nach ein paar Tagen zu Hause kam der erneute Schock: wieder eine Kolik. Vermutlich war ihr Darm durch die Operation noch sehr empfindlich. Cara musste noch einmal mehrere Tage in medizinischer Begleitung in der Klinik verbringen, bis sie endlich wieder auf ihren geliebten Hof durfte.

Caras Rückkehr

Es war ein schöner Moment, als Cara endlich wieder den vertrauten Geruch von Heu, Erde und ihren beiden Lieblingsfreundinnen auf dem Hof wahrnahm. Die Freude, mit der sie sich sofort wieder in die Herde einreihte, zeigte uns: Hier ist ihr Zuhause, hier fühlt sie sich sicher. Doch wir wissen auch: Ihre Gesundheit braucht jetzt besondere Aufmerksamkeit.

Um Cara bestmöglich zu unterstützen, haben wir ihren Alltag angepasst:
Regelmäßige Spaziergänge ohne Zwang halten ihren Darm in Schwung. Das Futter haben wir optimiert: leicht verdaulich, ballaststoffreich und in kleinen Portionen über den Tag verteilt. Und natürlich beobachten wir sie genau, um frühestmöglich zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt. Zusätzlich dazu bekommt sie in Absprache mit dem Tierarzt noch Medikamente.

Cara hat uns gezeigt, wie stark sie ist. Umso mehr ist es jetzt unsere Aufgabe, ihr ein Leben voller Geborgenheit und Gesundheit zu schenken – damit sie noch lange mit ihren Freundinnen über die Wiesen toben kann.

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